Alexej Moir

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»Ich bin geboren im Buch«

                          - Die Faszination des Korans –

 

»Geben Sie um Gottes Willen Acht. Die Seiten sind brüchig. Vielleicht haben sich einige schon gelöst. Passen Sie auf beim Kopieren. Es ist das einzige Exemplar.« Nur widerstrebend hatte die lebhaft gestikulierende Professorin mir ihre Habilitationsschrift in die Hand gedrückt. Dann stand ich am Eingang der Universität. Die grellweißen Gebäude, futuristische Kuben, schienen in der heißen Morgenluft zu schweben. Ich presste den unförmigen Folianten eng an mich und lief durch die Kadarska. Ich kam an der Mülldeponie vorbei. Ich lief durch einen kleinen Park, dessen Bäume ihre staubbedeckten Blätter gequält von sich wiesen. Nach einer guten halben Stunde überquerte ich auf der Kameni Most den gurgelnden Fluss. Dann erreichte ich die Tscharschija, das enge Gassengewirr des Basars. Die Abhandlung von türkischen Lehnwörter auf hunderten von Seiten, die ich wie eine empfindliche Marmorplatte unter dem Arm hielt, hatte mich ins Schwitzen gebracht. Irgendwo zwischen den niedrigen Moscheen, den Metzger- und Juwelierläden, die gerade ihre Rolläden hochzogen, sollte sich die einzige Kopieranstalt der Stadt befinden. Aber keiner, den ich fragte, wusste wo. Die schrille Stimme des Muezzins genau über mir rief zum Morgengebet. Erschöpft suchte ich ein Teehaus auf. Das Buch legte ich achtlos auf einen Stuhl. Als erster bemerkte der Wirt das stattliche Objekt. Er starrte unverwandt auf den graugrünen Ledereinband und begann seine Lippen zu bewegen.

Im Zentrum des Islams steht ein Buch. Und dieses Buch ist so gewaltig, so heilig, dass es nur der rituell Reine berühren darf. Es zu rezitieren ist die erhebendste und erbaulichste Beschäftigung für einen Muslim, selbst wenn er, wie es den meisten nicht-arabischen Gläubigen geht, die Worte nicht versteht. Der Koran ist für den Muslim aber weit mehr als die Grundlage seines Glaubens. Er bildet eine Quelle des Rechts, welches das praktische Leben des Menschen leitet, und ein Hort der Erkenntnis, der sein geistiges Leben inspiriert. Er ist ein Universum, in dessen Konturen die natürliche und die gesellschaftliche Existenz des Menschen eingegossen ist. Ein verbales Universum, das sein Leben, sein Werden, sein Wirken und schließlich sein Schicksal jenseits dieser Welt bestimmt.

Der Bund zwischen Gott und Mensch, der diesem die Möglichkeit gibt, sich als intelligentes Wesen frei zu entfalten, wird spirituell im Koran besiegelt. Physisch symbolisiert ihn der schwarze Stein der Kaaba, in dessen Richtung sich die Gläubigen beim Gebet verneigen. Allein in Wort und Stein offenbart sich die Theophanie des Islams. Gegensätzlicher könnte sich das Göttliche kaum manifestieren. Denn der Stein ist zweifellos die am wenigsten beredte, wenn auch am frühesten nachweisbare Form der Ewigkeit. Andererseits ruhen auf ihm die ältesten Worte der Erde, eingeritzte Zeichen, die unbeschadet die Jahrtausende überdauern. Und wenn der Stein durchsichtig wird, wenn gar die Transparenz selbst Stein wird, lassen sich alle Mythen und Träume der Welt lesen. Gott selbst hat al-kitab, »das Buch«, durch Muhammad auf die Erde gesandt. Dass es auch der Rechtleitung der Gläubigen dient, drückt sich im Namen al-furqan aus. Die übliche Bezeichnung qur'an heißt soviel wie »Lesung, Rezitation«. Nach muslimischer Vorstellung geht der den Menschen geoffenbarte Koran auf ein im Himmel aufbewahrtes Urexemplar umm al-kitab, »die Mutter des Buches« oder auf eine »Wohlverwahrte Tafel«, lauh mahfuz, zurück, mit denen er bis in die Orthographie hinein übereinstimmt. Die Mehrheit der Muslime glaubt, dass jenes himmlische Exemplar wie Gott selbst ungeschaffen sei und von Ewigkeit her bestehe.

Als unmittelbares Wort Gottes hat der Koran alle Bereiche islamischen Lebens nachhaltig geprägt.

Der westliche Leser, der den Koran aufschlägt, ist allzu oft verwirrt und enttäuscht. Nichts in diesem Buch entspricht seinem Gefühl für Ordnung und Sinn. Er findet zunächst nur eine Welt von Wörtern vor, die völlig unzusammen­hängend und widersprüchlich scheinen und zu denen er keinen Schlüssel hat. In buntem Wechsel lösen sich die unterschiedlichsten Themen ab, teils knapp, teils ausführlich formuliert und mit vielen Wiederholungen gespickt. Die Fülle des Materials umfasst ebenso die Preisung der All­macht und Weisheit Gottes wie das Wirken der alttestamentarischen Väter aus muslimischer Sicht. Ermahnungen, Zurechtweisungen und Dro­hungen mischen sich mit der Ausmalung paradie­sischer Freuden. Die Spannbreite dieser geoffen­barten Schrift reicht von eschatologischen Ver­heißungen bis hin zum Verbot von Glücks­spiel, Wein und Wucher und akribischen Bestim­mungen zum Ehe-, Scheidungs- und Erbrecht. Somit meint der aufgeklärte Leser zu wissen, dass die Muslime, die dieses Konglomerat aus ungleichen Elementen als ihre Heilige Schrift betrachten, in der Tat schlichten Gemüts sein müssen.

Der einfache Gläubige seinerseits kann es nicht verstehen, wieso jemand, der den Koran liest, nicht augenblicklich zum Islam konvertiert. Die Wucht des göttlichen Wortes, der Wohlklang und die Rhythmik der Verse zögen doch jeden Angehörigen der menschlichen Spezies in ihren Bann. Selbst ein gebildeter Araber, der sich im Laufe seines Lebens weit von seiner Religion entfernt hat, wird nicht müde, die Sprachgewalt und den dichterischen Rang dieses Buches zu preisen.

Die göttliche Botschaft ist ausdrücklich als eine »arabische Schrift« verkündet. Da ihre Kraft und Gültigkeit nicht nur in der lexikalischen Bedeutung, sondern auch in der Klangstruktur der verwendeten Wörter liegt, mithin Inhalt und »Gefäß« untrennbar sind, zerstört jede Über­setzung die Integrität des Korans. Das Arabische ist die heilige Sprache des Islams. Dennoch muss man sie nicht unbedingt beherr­schen, um ein guter Muslim zu sein. Die für die kultischen Handlungen notwendigen Koranverse sollte aber auch der nicht-arabische Gläubige im Original sprechen können.

< p>Gott hat sich nun einmal in arabischer Sprache offenbart. Er hat ein Idiom gewählt, dessen komplexe Struktur sich grundlegend von allen euro­päischen Sprachen unterscheidet. Jedes arabi­sche Wort lässt sich auf eine Wortwurzel zurückführen, die in der Regel aus drei Konso­nanten besteht. Aus diesem »Radikal« können bis zu zwölf verschiedene Verbformen und eine Anzahl von Substantiven und Adjektiven abgeleitet werden. Die konsonantische Wurzel an sich ist »tot«, unaussprechbar, bis sie durch die festgelegten Normen folgende Vokalisation zum Leben erweckt wird. Die konkrete Wortbedeutung hängt von der Platzierung der Vokale, von grammatischen Zusätzen wie Präfixen und Suffixen ab. So trägt die Wurzel FTR die Idee des Spaltens. fatara bedeutet »er spaltete«, aber auch »er erschuf«. fitrah heißt »menschliche Norm«. Gott wird im Koran fatir, »Schöpfer« genannt. iftar bezeichnet das »Fastenbrechen« während des Fastenmonats Ramadan. Und fitri lässt sich mit »natürlich«, »instinktiv« übersetzen. Aus jeder Wurzel sprießen zahllose Wörter hervor, deren Bedeutungen, auch wenn man es zunächst nicht erkennt, auf subtile Weise miteinander verknüpft sind. Selbstverständlich sind »spalten« und »erschaffen« verwandt, wenn man weiß, dass der Schöpfungsakt wie die Wahrheit nicht anders als gewaltsam sein kann. Friedfertige Wahrheiten gibt es nicht.

Der Reichtum der durch das Radikal mit­einander verbundener Bedeutungen, die sich um eine einfache Aktion ballen, fördert die tawhid, die »Einheit« in der Vielfalt, die geradezu das Grundprinzip des Islams ist. Wortassoziationen diesen Ausmaßes, die im Hintergrund schillern, dieser »Clan« von Wörtern, die einander unmerk­lich manipulieren, lassen mehr noch als in anderen Sprachen eine mathematische Präzision nicht zu. Aber ist Genauigkeit nicht nur ein Verwischen? Verschwindet nicht alles, was zu genau ist?

Bei aller Prädestination des Arabischen für die Offenbarung sei der Text des Korans doch menschliche Sprache, die unter der Gewalt des göttlichen Wortes zerbrochen sei. Es ist, als wäre sie in tausend Bruchstücke zersplittert und suchte nun mühsam ihren Sinn. Sie biegt sich, ächzt und reißt unter dieser Last. Aus irdischer Sicht ergibt sich daraus unweigerlich eine gewisse Zusam­menhanglosigkeit der Gedanken. Sätze werden nicht zu Ende geführt. Substantive fehlen. Jedes Wort trägt in sich eine Anzahl verschiedener Bedeutungen, was die Interpretation ungeheuer erschwert. Einer der schillerndsten Begriffe im Koran,dschihad, »heiliger Kampf«, hängt mit dem Verb dschahada »sich um seine Sache bemühen« zusammen. Dieser »Kampf« dient der Expansion oder der Verteidigung des Macht­bereichs des Islams. Heute betonen muslimische Autoren gern den defensiven oder auch »persönlichen« Charakter des dschihad.Haupt­sächlich gehe es darum, dass sich jeder Muslim durch Wort und Tat um den rechten Glauben »bemühe«. Doch ungeachtet dieser spirituellen Auslegung dauert der dschihad an, bis der Islam überall die beherrschende Religion ist.

Es gibt keinen Vers im Koran, der nicht sowohl einen inneren als auch einen äußeren Aspekt hat. Und doch macht gerade die Fragmentation die ausmessbare Totalität lesbar. Die Lücken­haftigkeit weist - so paradox das klingt - um so zwingender auf eine ursprüngliche Ganzheit hin.

Der gläubige Muslim lebt gleichzeitig in zwei Welten: die eine ist die der alltäglichen Erfahrung und des Zeitgeschehens, wie sie von allen Menschen in ähnlicher Weise wahrgenommen wird. Die zweite ist die Welt des Buches. Schon als Säugling flüstert man ihm die Worte der Schahadah ins Ohr: la ilaha illa-Llah ...,»es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Gesandter«. Dieses entscheidende »Zeugnis« wiederholt er während seines Lebens unzählige Mal. Als Kind lernt er Abschnitte des Korans auswendig, die er dann in seine Gebete einfügt, sobald er sprechen kann. Und wenn er Glück hat, lauscht er auf seinem Totenbett der Rezitation koranischer Verse. Das Buch ist der Stoff, aus dem das Leben eines Muslims gewebt ist. Seine Sätze sind wie Fäden, die das Innerste des Gläubigen zusammenhalten. Selbst die Alltags­sprache wird durch koranische Formeln belebt. Ob al-hamdu li'Llah »Lob sei Gott« oder in scha'a Allah »so Gott will« - Koranzitate sind in großer Anzahl in alle Sprachen der islamischen Völker eingedrungen.

Die arabischen Buchstaben sind die Gefäße der Offenbarung. Nur durch sie können die gött­lichen Namen und Attribute ausgedrückt wer­den. Da der arabische Text im wesentlichen das Kon­sonantengerüst eines Wortes wiedergibt, zwingt er den Leser zur Interpretation. Eine Spra­che, in der keineswegs alles vorgegeben ist, will entschlüsselt werden. Sie lechzt geradezu nach widersprüchlichen Auslegungen und weiß doch genau, dass die Wahrheit sich jenseits der Wörter befindet. Im Grunde stellen die Buch­staben etwas von Gott Verschiedenes dar; sie sind ein »Schleier der Andersheit«, den zu durchdringen besonders die islamischen Mystiker sich bemüht haben. Der Perser Haidar Amuli sagt: Buchstaben, die mit Tinte geschrieben sind, existieren nicht wirklich. Denn die Buchstaben sind nur verschiedene Formen, denen durch Konventionen bestimmte Bedeutungen gegeben worden sind. Was wirklich und konkret existiert, ist die Tinte. Man muss die Buchstaben als Modifikationen der Tinte erkennen. Andererseits gilt im islamischen Denken der Buchstabe als höchstmögliche Manifestation des Göttlichen. alif, das erste Zeichen des arabischen Alphabets, wurde mit seinem Zahlwert Eins, isoliert und doch aktiv, zum göttlichen Buchstaben schlechthin. Das alif zu kennen, bedeutet für den Mystiker, die göttliche Einheit und Einzigkeit zu kennen. Im alif sei die ganze Schöpfung enthalten.

Die schiitische Sekte der Hurufis (»Buch­stabler«) meinte gar, die Buchstaben wären im menschlichen Antlitz reflektiert. Das Gesicht des Geliebten gliche einer wunderbar verfassten Koranhandschrift. Die Nase, die Augenbrauen, der sinnliche Mund entsprächen bestimmten Buchstaben in ihrer kalligraphischen Ausführung. Wo der Islam auf indisches Denken stieß, hat man den Menschen als »Manuskript des Nicht­seins« gesehen. Aus der Vorstellung, dass das Geschick eines jeden Menschen auf der »Wohl­verwahrten Tafel« im Himmel verzeichnet ist, stammen die islamischen Ausdrücke für »Schick­sal«, auf Arabischmaktub, »geschrie­ben«, im Türkischen alin yazisi, »das auf der Stirn Geschriebene«.

Dichter und Schriftsteller genossen in der islamischen Welt stets einen besonderen Rang. Argwöhnisch von den Mächtigen und den Gralshütern der Orthodoxie beäugt, suchten sie oft genug ihre Zuflucht in artistischen Formu­lie­rungen zwischen Mythos und Realität. Das fal­sche Wort konnte den Tod bedeuten. Ob der arabische mu'allif, der persische ketab-newis oder der türkische yazar - sie alle haben Anteil am Glanz und am Nimbus, der vom »Buch« ausgeht. Und in den Augen der Muslime trägt der Dichter für das, was er schreibt, eine ungleich größere Verantwortung als sein europäischer oder amerikanischer Kollege. Denn alle Wege des Geschriebenen führen zu Gott zurück.

Es ist gerade die Dimension des Buches, die weltweit der muslimischen Gemeinschaft ihr un­verwechselbares »Aroma« gibt. Ich bin geboren im Buch. Ich bin aufgewachsen im Buch. Ich werde sterben im Buch. Ich habe keinen anderen Aufenthalt, keine anderen Wege, Landschaften noch einen anderen Himmel gekannt. Ich bin geboren mit dem Buch wie man geboren wird mit seinem Schatten. Der französische Schriftsteller Edmond Jabès, als Sohn jüdischer Eltern in Kairo geboren, trifft mit diesen Sätzen exakt die unauflösbare Einheit von Muslim und offenbarter Schrift. Vielleicht kann nur die Ortlosigkeit der Wüste, in der beide Heiligen Schriften, Koran und Thora, vernommen wurden, das Wort bis zur Unsagbarkeit treiben. Nur die Kraft der Leere vermag es, das Wort auf einen Punkt zurück­zuführen. Letztlich ist es immer die verzeichnete Spur eines abwesenden Wortes. Dieses Wissen um die Reduzierung lässt jeden Widerspruch zerrinnen. Der Nomade nimmt eine Handvoll Sand auf und sagt: »Das ist mein Leben.« Mit der anderen Hand wiederholt er dieselbe Geste. »Das ist mein Tod.«

Der Muslim hört nicht auf, das Buch zu befragen, weil darin seine Wahrheit liegt. Es ist voller »Türen«, die aus dem Gefängnis dieser Welt ins «Offene« führen. Blättert er jedoch eine Seite des Buches um, so fällt die Tür zu, sobald er sie durchschritten hat. Selbst ihren Namen hat die Tür vergessen. Und weiter tastet der Leser sich von einer beschriebenen Seite zur nächsten, als wolle er ein Knäuel von Schweigen entwirren. Je mehr er sich in den Text vertieft, um so stärker ist sein Nachdenken durch die Lücke geprägt. Denn Gott manifestiert sich auch im Fehlen des Buchstabens. Das Numinose ist allgegenwärtig und zugleich absent wie der verborgene Imam, der Mahdi, der irgendwann zurückkehrt, um frei von Irrtum und Sünde sein Reich zu errichten.

Mehr als tausend Jahre haben sich muslimi­sche Gelehrte bemüht, zum inneren Kern des heiligen Textes vorzudringen. Sie benutzten ent­weder die Methode destafsir, die Erklärung des äußeren Aspektes des Buches (zahir). Oder sie griffen zu einer symbolischen, hermeneuti­schen Interpretation, der ta'wil, um in das »Innere«, batin, zu gelangen. Nach schiitischer Tradition ist der konkrete Wortlaut des Korans für den einfachen Menschen bestimmt. Die Anspielung wendet sich an den Gebildeten, die verborgene Bedeutung an die Heiligen und die spirituellen Wahrheiten an die Propheten. Wer oberflächlich an das Buch herangeht, dem verbirgt es seine Geheimnisse. Der Koran ist wie eine Braut, schrieb Dschellaladdin Rumi im 13. Jahrhundert, die dir nicht ihr Gesicht zeigt, solange du ihr den Schleier wegziehst. Er ist fähig, sich in jeder Form zu zeigen, die er will. Wenn du jedoch den Schleier nicht wegziehst, hinter ihm herläufst, sein Feld bewässerst und ihm von ferne dienst, dann zeigt er dir sein Gesicht, ohne dass du den Schleier wegziehen musst.

Gerade brachte mir der Wirt das dritte Glas Tee. Immer wieder blickte er scheu auf den Lederband, der neben mir lag. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte den Tisch umringt. Auch sie schien das Buch magisch anzuziehen. Schließ­lich murmelte einer von ihnen halblaut vor sich hin: qur'an, qur'an. Die anderen wiederholten ehrfürchtig dieses Wort. Eine Weile vergruben sie sich in Schweigen, als erwarteten sie, dass jeden Moment etwas Ungeheuerliches geschehen müsste. Der Teehausbesitzer hatte einen Ent­schluss gefasst. Nein, nein, hier dürfe es auf keinen Fall liegen bleiben. Ihm gebühre der Platz an der höchsten Stelle im Raum. Auf dem Regal gleich neben der Wanduhr. Dahin gehöre das »heilige Buch«. Dass es sich bei dem massiven Lederfolianten nur um den Koran handeln könne, daran zweifelte niemand.