Alma Larsen


 

         
Solitude


 

hinter der Kette 
die eingesperrten Kronen 
der Schöpfung und Prinzessinnen 
um auszumessen den Freiraum
ledig                                 zeitlos
die Haare offen und knopf-
druck - auf das Schlaraffenschloß


die Linde im Hof hütet den Schatz 
von Leichtigkeit und Größe 
sie duftet
sie rauscht
sie hat eine starke Haut
wer kann ihr das Wasser reichen?

 

hier sollen wir
Beherrscher unserer Kunst 
die Fülle meistern 
zur Freude der ausgeschlossenen 
Könige jenseits des Zauns 
des Zwangs zur Idee

 

wie frei sind die 
vom Wollen Beherrschten 
die auf der Spielwiese lagern 
im Schatten eigener Größe 
und jene
denen Materie ein Ziel setzt?

ein Schloß verlangt die Lage 
am Hang
damit die Blicke schweifen 
können die Pferde der Fantasie 
sich zügellos ein Stück erheben 
über die täglichen Steine

 

und einsam ist es keines 
wegs und ungefüllt 
ist kein Papierkorb an Sonnentagen 
wenns Gras verbrennt 
unter den Tritten des Volkes

 

die Stimme des Schlosses 
verleiht den Sätzen 
einen festlichen Klang; 
hat sie den Ausgeschlossenen 
etwas zu sagen 
wenn sie in seiner Kulisse 
dem Bund fürs Leben 
einen angemessenen Hintergrund 
zu geben versuchen?

 

das Zentrum ist der Bauch 
Schaltstelle 
zwischen innen und außen 
mit einer Tür ins Freie 
zur Linde
die andere führt ins Haus; 
dahin gehen wir 
wenn der Kopf zu voll ist 
wenn es gilt
Gedachtes zu verdauen

 

wer kriegt die Kurve 
aus dem Bannkreis des Schlosses 
der lähmenden Schönheit von Reih 
und Glied
zu Fuß
auf dem Rad 
mit steinernen Schwingen 
der Engel vor dem Portal

 

der lange Weg 
zwischen Aussicht und Einsicht 
dehnt die Zeit 
was zählt 
sind die Momente 
da sie sich treffen und 
es blitzt